11. Tag: Dawson City

Dawson City – eine wirklich urige Stadt: die alten Häuser wurden restauriert und wenn man über die Holzbürgersteige läuft fühlt man sich in die Goldgräberstadt von 1896 zurückversetzt.

Dawson wurde 1896 zu Beginn des Klondike-Goldrauschs gegründet, als sich – auch bedingt durch die Wirtschaftskrise – mehr als hunderttausend Goldsucher zum Klondike River aufmachten. Tatsächlich wurden im Klondikegebiet gewaltige Mengen Gold gefunden, insgesamt bis heute 570 Tonnen.


Ein Abstecher führte uns zum Dicovery Claim oder auch Bonanza Creek, dem Ort, an dem alles begann. 1896 fanden der Angehörige der Tagish First Nation, Skookum Jim Mason, sein Cousin Dawson Charlie und sein Schwager George Carmack Gold im Yukon und lösten damit den größten Goldrausch aller Zeiten aus. Da um diese Zeit kein Indianer einen Claim anmelden durfte, fiel diese Aufgabe Goerge Carmack zu, dem Mann von Jim Masons Schwester Kate.


Genau hier wurde das erste Gold gefunden

Nur der beschwerliche Weg über den White Pass (s. auch hier) oder der Chilkoot Trail führten nach Dawson. Da jeder der Goldgräber Lebensmittel und Material mitbringen musste um ein Jahr überleben zu können, mussten sie bis zu 50 Mal den White Pass bezwingen. 1898 war die Einwohnerzahl auf über 40.000 gewachsen. Bis die meisten angekommen waren, waren die Claims allerdings schon vergeben und sie hatten den mühseligen Weg umsonst gemacht. Genauso schnell wie die Stadt wuchs, wurde sie auch wieder verlassen: 1902 lebten nur noch 5000 Einwohner dort.


Ein weiterer Stopp führte uns zur Dredge No 4, eine „wooden-hulled bucketline sluice Dredge (Wiki; auf die Google Übersetzung verzichte ich hier mal besser), auf jeden Fall ein recht großer Wasserbagger, der von 1913 bis 1959 mit einiger Unterbrechung wegen Absaufens, mit seinen Baggerschaufeln 14.000 m³ Material pro Tag hochschaufelte .

1991/92 wurde die Dredge ab- und an der heutigen Stelle, dem Upper Bonanza Creek wieder aufgebaut. Seit 1997 ist sie eine Historic Site.

Nicht schön sind die unglaublich vielen Wälle von ausgebaggertem Gestein, die damals in der Gegend abgelegt wurden und kilometerlang an den Straßen entlang führen.

Auch heute wird noch nach Gold geschürft; nicht mehr per Handarbeit wie früher, sondern mit Baggern und Laufbändern Schüttelmaschinen und anderem schweren Gerät.


Unterwegs machten wir immer mal wieder halt; hier an einem Souvenirshop, die uralte, rostige Gerätschaften ausstellten.

 


Lohnenswert die Goldbottom Mine Tour. Mit dem Bus geht es zum Goldbottom Creek, etwa 14 Meilen von Dawson entfernt. Martin – der nebenbei Abends im Casino den BlackJack Tisch bedient und mir meine mühselig im Roulette gewonnen 34 Dollar wieder abknöpfte – erklärte uns ausführlich das Geschäft: jedes Familienmitglied darf für 10 Dollar einen Claim anmelden, dafür bekommt man einen 150 m breiten und 300 m langen Streifen am Bachufer. Allerdings muss man nachweislich
auch daran arbeiten. Wenn die Familie groß genug ist, kommt eine beträchtliche Menge an Claims zusammen.

Durch den Permafrost, also dauergefrorenen Boden ist es nur ein kurze Zeit im Jahr möglich den Boden zu bearbeiten

Nach der Besichtigung der Maschinen waren wir dran mit Gold schürfen. Aus der abgetragenen Erde machten wir uns eine Schüssel voll und schwenkten sie im Fluss. Erst werden die großen Brocken aussortiert, danach die kleineren und der Schlamm. Das schwere Gold bleibt unten in der Schale liegen. Wer jetzt glaubt, dass alles was glänzt Gold ist, wird leider enttäuscht, wenn überhaupt bleiben winzig kleine Goldstückchen übrig – die der erfolgreiche Schürfer mit nach Hause nehmen darf. Mein Schicksal: reich bin ich immer noch nicht.

Alles meins :-D…schön wärs… 🙄


Auch ein Besuch im Dawson City Museum stand auf dem Programm. Hier erfährt man alles über die die Geschichte des Goldrausches des Klondike Goldfields, der ersten Goldminen und die Geschichte der Häuser von Dawson. Auch eine Ausstellung über die Eisenbahn der Jahrhundertwende ist zu sehen.


 

 

 

 

 

 

Abends ging es dann zu Gerties Diamand Tooth Gambling Hall. Nicht jedermanns Geschmack, aber es gehört einfach dazu, wenn man schon mal in Dawson ist. Schicke Mädels tanzen wie vor 120 Jahren und werfen ihre Beine und Röcke.

In den gleichen Räumlichkeiten befindet sich eine Gambling Hall: bei Poker, BlackJack, Roulette und anderen Glücksspielen kann man hier sein mühsam erschürftes Gold wieder verspielen.

 

 


 

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