Die Sache mit den Kaninchen

Die Sache mit den Kaninchen

Wer Kaninchen besitzt muss jeden Fehler selbst machen. Es reicht nicht, wenn andere warnen, was man tun oder lassen soll … wenn es um Kaninchen geht. So war es auch bei uns: als die Kinder klein waren, schafften wir uns ein Pärchen an und wollten auch gerne einmal Nachwuchs bekommen.

Soweit so gut, unsere Kaninchenkinder wurden erwachsen, wir bekamen einen Wurf mit vier kleinen süßen Ninchenbabys, drei Jungs und ein Mädchen. Als die Jungs alt genug waren ließen wir sie kastrieren und die ganze Familie lebte zufrieden und beschaulich in einem schönen großen Käfig, in dem sie sich einen langen Gang buddeln konnten und durch ein Wasserrohrhatten sie die Möglichkeit jederzeit den gesamten Garten zu nutzen.

Sie führten ein glückliches, aber zum Teil leider kein allzu langes Leben. Nennen wir es den Preis der Freiheit, aber um die Zeit schaute vermutlich ab und zu ein Raubvogel vorbei; auf jeden Fall verschwanden im Laufe der nächsten Wochen nach und nach alle drei Jungs, so dass nur noch Vater, Mutter und das Mädchen, Nena hieß sie, blieben.

Nun beginnt die eigentliche Geschichte: eines morgens schaute ich von der Terrasse in den Garten hinab und sah…ein kleines weißes Kaninchen. Ich drehte mich um und als ich wieder hinsah, war es weg. „Neee“, dachte ich mir, „in der deiner Jugend hast du schon mal ordentlich gefeiert und auch ein paarmal über den Durst getrunken“, aber dass ich dann Jahre später weiße Kaninchen sehen sollte war mir unbegreiflich.

Am nächsten Morgen das gleiche Spiel, nur dass es diesmal ein schwarzes Kaninchen war…und am dritten Tag ein braun-weißes; im Käfig selbst war nichts zu sehen – man erinnere sich: Buddelgang, nur unsere drei Großen mümmelten so vor sich hin.

Ich schaute mir den Vater genauer an – er war immer noch kastriert. Und das Mädchen…konnte …ja…nicht…DAS.MÄDCHEN!!! Ich hob Nena hoch und mir blieb nur ein Wort: uijuijuijui. Unser Mädchen war mit prächtiger männlicher Herrlichkeit ausgestattet, was zwei Tierärzte unabhängig voneinander zum Zeitpunkt der allgemeinen Kastration nicht erkannt hatten.

Auf jeden Fall hatte uns Nena mit fünf süßen kleinen, gesunden Ninchenbabys beglückt. Und wie es bei Kaninchen so ist, sobald die Jungen geboren waren, war die Mutter sogleich wieder begattet worden, so dass wir dann gleich zwei Würfe mit Babys hatten. Wie gesagt: großer Käfig, tolle Buddelmöglichkeit, jederzeit Zugang zum ganzen Garten… sie hatten ein tolles Leben. Der letzte starb schließlich im stolzen Alter von 9 Jahren.

Übrigens: Nena hieß danach Ödipus.